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Monocular - Somewhere on the line

monocular - Somewhere on the line

Nadine - 27.12.09

Nach nur einem Jahr Schaffenszeit und diversen Live Auftritten erschien die erste Scheibe von monocular im April 2009. Ein Meisterwerk der beiden Musiker Nik Koray und Jan Vogedes. Definitv ein Kleinod unter den Neuveröffentlichungen in diesem Jahr.

Mit ihrem Sound erinnern monocular an Massive Attack, Portishead oder Lamb. Große Namen aus dem Bereich des Trip-Hop. Und ebenso wie bei diesen Größen kommt auch bei wiederholtem Hörgenuss von „Somewhere on the line“ keine Langeweile auf. Vielmehr kann man sich mit dieser Musik treiben lassen. So kann dieses Album einen auch an einem grauen Wintertag warme Sommergefühle entlocken oder einen an einem warmen Sommertag zum Träumen einladen.

Der erste Song „Water Shape“ beginnt mit der Textzeile „Oh, it hurts so much. Life is like a boat I see...“ und obwohl der Text eher beschreibt, wie sehr Gefühle einen verletzen können, so unterstreicht die Musik gleichzeitig, dass dies auch ein positiver Aspekt des Lebens sein kann. Niks Stimme klingt eher verwundert fragend und sehr sanft. Im folgenden führt „Beautiful“ mit „I think I don't fit in here...“ die Zusammenhänge des Openers fort. Wer sich von der Musik berühren lässt, wird spätestens hier tief getroffen. monocular bedienen die Skala der Gefühle auf gekonnte Art und Weise, wobei man nicht den Eindruck gewinnt, dass dies so durchgeplant ist, wie in guten Hollywood Schinken, sondern eher einem Inneren entspringt und nach außen der Welt mitgeteilt werden muss.

„U-Turn“ ist eine weitere Steigerung der Stücke zuvor, Schneller und eindringlicher. In „Cold Machine“ wird durch Änderung des Rhythmus die Aufmerksamkeit des Hörers erzwungen. Hier wird durch den kalten Beat, der dann wieder durch das Klavier durchbrochen wird, das Thema des Songs wunderbar dargestellt. Im Text, der durch die weiche Stimme von Nik ebenso wunderbar interpretiert wird, wird die Frage gestellt, ob die Menschen als Maschinen durchs Leben rennen wollen. Wunderbares Gesamtkonzept. Mit „Nameless“ wird eine aufmunternde Botschaft an den Hörer weitergegeben, die im Song zuvor fragend ermittelt wurde. Eine Amnesie kann wie eine Neugeburt sein, da man sich an nichts mehr erinnert. Genauso vermittelt „Amnesia“ diese Botschaft, dass eine andere Welt betreten werden kann. „Speaking through music“ bietet genau das, was monocular so gut beherrschen. So kommuniziert monocular durch diesen Song, wie auch in den Songs zuvor und danach, mit dem Zuhörer, indem der Text mit dem Gesang und der Musik wunderbar verwoben wird zu einem aussagekräftigen Gesamtkunstwerk.

„We come to life to die. We split and reunite. We love, but then we fight.“ Textzeile aus dem Refrain von „Abandoned“, dessen Aussagekraft durch die Musik verstärkt wird unter anderem auch durch den Einsatz von Meeresrauschen. Im Instrumentalstück „The Famous Mistake“ wird das Thema Meeresrauschen fortgeführt und Weite musikalisch transportiert - „I can see it. I can see it all. It's too much. Too much to hold” aus dem Song „Too much to hold“ - dem man nichts weiter hinzufügen mag.

Das Album wird durch den Song „Splinters“ abgeschlossen. Ein Song, der durch seine Dynamik von allen anderen Songs besonders heraussticht und somit der krönende Abschluss dieses gelungenen Debutalbums von monocular ist. Durch die Ergänzung von stimmungsvoller Musik und wunderbarem Gesang mit aussagekräftigen Texten wirkt dieses Album in seiner Gesamtheit rund und abgeschlossen. Wir dürfen auf die weitere Entwicklung gespannt sein.