Band-Auswahl
- Agnostic Front
- Baroness
- Black Label Society
- Blacklist Royals
- Civet
- Clutch
- Die Apokalyptischen Reiter
- Dog Eat Dog
- Dropkick Murphys
- Five Finger Death Punch
- Good Riddance
- Honcho
- Itchy Poopzkid
- Joey Cape
- Kazimir
- Last One Dying
- Mad Caddies
- Mr. Irish Bastard
- Mustasch
- NOFX
- New Model Army
- Overkill
- Powderhog
- Stonewall Noise Orchestra
- Stuck Mojo
- The Dreams
- Tuó
- Under the Gun
- Valient Thorr
- Volbeat
Info
Christian, Eric - Kazimir
- 16.03.10
Nachdem mich Kazimirs EP "Brokenlande" ja doch einigermaßen begeistert hatte, nahm ich die Option eines Interviews doch sehr gerne wahr. Das ganze lief aufgrund der räumlichen Trennung und der leider nicht absehbaren Gigs in der Nähe des Ruhrgebiets über die gute alte E-Mail. Im Interview stellen Christian und Eric ihre Band vor, sagen, was ein neues Label haben sollte und berichten über das Jucken in den Füßen endlich wieder auf Tour gehen zu können. Also, bitte buchen!
Jöran: Stellt doch eure Band am Besten erstmal vor. Woher kommt ihr? Wie habt ihr mit der Band angefangen?
Christian: Wir kommen ursprünglich alle aus Hamburg bzw. dessen Speckgürtel. Zur Zeit wohnt die eine Hälfte der Band in Hamburg und die andere zwecks Studium in Kiel. Was den Anfang der Band angeht, es ist schwierig einen bestimmten Zeitpunkt als Anfangsdatum zu nennen, da wir schon relativ lange zusammen Musik machen.
Eric: Ich denke so richtig angefangen haben wir als wir in dieser Formation aufeinander getroffen sind. Vorher war das alles mehr oder weniger ohne roten Faden gestrickt. Das war so 2005.
Jöran: Wer hat euch musikalisch beeinflusst?
Christian: Es gibt natürlich Bands, die wir alle gerne hören. Die letzten Jahre haben wir beispielsweise viel Muff Potter (R.I.P.) gehört. Ich denke auch auf Bands wie Tomte und Tocotronic können wir uns einigen. Es bringt natürlich jeder von uns seinen eigenen Einflüsse mit. Einer hört sich vielleicht auch mal Metalbands an, der andere mehr Punk oder Singer/Songwriter und so weiter.
Eric: Stimmt. Es hat sich in den letzten Jahren ein gewisser gemeinsamer Musikgeschmack der Band gefunden, also Sachen die wir alle gut finden können
Jöran: Wie habt ihr alle mit Musik begonnen und wann habt ihr euch entschieden, dass es ne Band sein soll, in der ihr spielt?
Eric: Ich hab mit 12 oder 13 angefangen. Irgendwann wurde der übliche ein-mal-die Woche zum Unterricht Kram aber zu langweilig. Als dann die Idee mit der Band kam, war ich von jetzt auf gleich begeistert.
Christian: Ich habe mit auch 13 oder so angefangen Gitarre zu spielen. Ich wollte von Anfang an in einer Band spielen. Die Gitarre an sich hat mich weniger interessiert. Ist heute auch noch so. (lacht)
Jöran: Hattet ihr vor Kazimir schon andere Bands?
Eric: Naja, ab wann bist du ne richtige Band? Wir haben ein paar mehr oder weniger gute Songs geschrieben, konnten alle wenigstens ein paar Akkorde greifen. Das hat erstmal gereicht, um sich irgendwie cool zu fühlen. Das Gefühl in einer Band zu spielen, also die Touren und Platten, das ist dann schon was anderes. Da richtet man sich schon ein wenig anders ein.
Christian: Die anderen drei spielen schon seit Schulzeiten zusammen. Ich habe vorher eher so Spaßprojekte gehabt, die man kaum als Band bezeichnen kann. Die hießen dann sowas wie "Drugz In A Can" oder "Smash" oder so. Für mich ist das hier die erste richtige Band.
Jöran: Eure Texte sind ja sehr ausgefeilt. Wer schreibt die? Und sind auch diese von euren musikalischen Vorlieben beeinflusst oder durch eure persönlichen Erlebnisse?
Christian: Die Texte stammen von Eric und mir. Es kommt immer darauf an, wer gerade eine Idee hat. Ich kann für "Schienenspiel" und "Joggen vs. Amoklauf" sagen, dass sie aus persönlichen Erfahrungen entstanden sind. Ich versuche schon ein bisschen von mir persönlich wegzukommen, wenn ich Texte schreibe, aber der Ursprung liegt immer ganz egozentrisch bei mir. Wenn man gesagt bekommt, eure Texte erinnern mich an die oder jene Band, dann denkt man natürlich schon darüber nach ob es möglicherweise Einflüsse gibt. Ich habe sehr früh schon deutsche Musik gehört und habe mich auch immer sehr für die Texte interessiert.
Eric: Und da hast du mich ein gutes Stück mitgerissen, ich hab nämlich in der Pre-Christian-Phase so gar nicht auf die Texte geachtet, hauptsache der Song hatte Arsch. (lacht)
Christian: Ich halte beispielsweise Marcus Wiebusch (Kettcar), Dirk von Lotzow (Tocotronic) und Kevin Hamann (ClickClickDecker) für grandiose Texter. Ich glaube aber nicht, dass ich direkt von ihnen beeinflusst bin. Wenn dann insofern, als dass sie die Messlatte eben höher legen und man einen hohen Anspruch an seine Texte anlegt.
Eric: Stimmt. Der Anspruch an die eigenen Texte ist bei uns schon sehr hoch. Und es ist meiner Meinung auch schwieriger in unserer Sprache gute Texte zu schreiben. Du bist da schon fast drauf fokussiert, weil man die Texte im Gegensatz zu englisch-sprachigen Bands eben auch sofort versteht. Und es gibt schon richtig gute Texter in Deutschland, haben wir wohl doch nicht ganz verlernt. (lacht)
Jöran: Wie ist "Brokenlande" entstanden? Woher kam die Idee mit dem Namen?
Christian: Die Frage nach dem Ursprung des Namens haben wir jetzt schon öfter gestellt bekommen. Eric und ich sind nach Kiel gezogen um dort zu studieren. Die andere Hälfte der Band ist – wie gesagt- in Hamburg geblieben. Es musste also immer gependelt werden. Mindestens einmal die Woche diese triste, elende A7 von Kiel nach Hamburg oder umgekehrt. Neben der Band sind halt auch Beziehungen und Freundschaften dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden. Und da wir halt in Wahrheit totale Emos sind, haben wir die Raststätte, die ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke liegt, nämlich Brokenlande, als Titel genommen. Es ist also kein Anglizismus oder dergleichen, wobei dieses Wortspiel "gebrochenes" oder "kaputtes Land" auch seinen Reiz hat und etwas naiv-politisches hat. Es steht aber auch einfach fürs unterwegs sein und nicht-ankommen an sich und ach, eigentlich ist es einfach nur ein schönes Wort.
Eric:Außerdem stehen wir auf beflügelte Namensgebungen. Es gibt doch so viele schöne und auch witzige Namen überall. Und wir sehen halt immer die Schilder von Ausfahrten oder Raststätten.
Jöran: Wie nehmt ihr generell eure Stücke auf? Und wie entwickelt ihr diese?
Christian: Was die Aufnahmen angeht, ist das von Platte zu Platte unterschiedlich und hängt auch davon ab, wer an den Reglern sitzt. Jetzt bei Brokenlande haben wir relativ unkonventionell gearbeitet. Vorher haben wir uns eben ein Studio gemietet und haben dort alles so schnell wie möglich eingespielt.
Eric:...halt keine Kohle...
Christian: Ja, auch deswegen haben wir ein bisschen mehr rumprobiert. Es ging los mit Schlagzeug und Bass, dass wir mithilfe eines guten Freundes, in unserem Proberaum a.k.a. Garage aufgenommen haben. Das klappte erstaunlich gut. Wir hatten uns extra dafür entschieden, da wir den Schlagzeugsound dort sehr mochten. Die Gitarren haben wir dann in den Coastrock Studios in Kiel eingespielt. Der Gesang wurde dann in Hamburg gemacht. Es war also schon eine logistische Herausforderung. Stücke entstehen bei uns meistens so: Einer von uns, meistens Eric, kommt mit einer Idee zur Probe und spielt diese vor. Dann dauert es mal nur ein, zwei Proben oder eben auch mal Monate bis ein Song fertig ist.
Eric:Und es gehört eine Menge Verhandlungsgeschick dazu. Ich habe halt meistens ausgereifte Ideen, die sich aber eben nur im Kopf abspielen lassen. Zum Ausarbeiten brauchen wir uns vier. Auch wenn das schon mal so endet, dass von meiner – von mir sehr enthusiastisch vertretenen Idee- nichts als ein Riff übrig bleibt, aus dem dann aber was anderes wächst. Wir schreiben aber nicht thematisch, also nach dem Motto: Wir brauchen noch was langsames oder so. Wenn die Idee da ist, wird sie bearbeitet. Meistens sind auch zu viele Ideen für zu wenig Zeit im Kopf.
Jöran: Ihr bringt "Brokenlande" ja im Eigenverlag raus. Wie kam es dazu?
Christian: Ganz einfach: Das Label existiert nicht mehr.
Jöran: Seid ihr auf der Suche nach einem neuen Label?
Christian: Ja, schon. Wir wollten uns erstmal ein paar Rezensionen zur EP einholen und dann aktiv auf die Suche gehen. Wobei das halt auch immer so ne Glückssache ist. Aber wäre schon schön, wenn man jemanden finden würde, dem die Musik gefällt und der einfach Bock drauf hat mit uns zu arbeiten.
Eric: Es muss aber nicht unbedingt ein Label sein. Wir können ehrlich in vielen Punkten Unterstützung gut gebrauchen. Bis jetzt machen wir halt alles selber. Und bei einer zwei-zweiwöchigen Tour geht da mal schnell ein halbes Jahr Arbeit bei drauf.
Jöran: Wenn ja, was müsste ein neues Label für euch bieten?
Christian: Nichts ausgefallenes. Im Prinzip sind wir auf der Suche nach netten Menschen, die unsere Musik mögen. Ein Label muss natürlich eine gewisse Infrastruktur haben und über Erfahrung verfügen. Das war das Problem bei unserem letzten Label. Man kann eben nicht einen Labelcode beantragen, eine Webseite ins Netz stellen und fertig ist das Label. Wenn man uns also neben der Leidenschaft für die Musik auch noch Know-How bieten könnte, wäre das schon sehr gut. Der Rest kommt dann von alleine.
Eric: Außerdem wollen wir ja auch was bieten.
Jöran: Ihr seid zurzeit recht wenig unterwegs. Hättet ihr mal wieder Lust auf ne Tour durch Deutschland?
Christian: Ja, auf jedenfall. Es ist in der Tat schon ein bisschen her, dass wir ein oder zwei Wochen am Stück auf Tour waren. Wenn ich mir jetzt Fotos von unterwegs anschaue, werde ich sofort unruhig und würde am liebsten gleich anfangen den Bus einzuräumen. Es gibt einige Gründe warum wir uns jetzt auf Wochenenden beschränken. Zum einen ist es die wochenlange Planung, die einem schon mal den letzten Nerv rauben kann. Zum anderen ist das für uns auch eine finanzielle Frage. Und schlussendlich sind wir ja auch alle Studenten und die Abschlussarbeiten schreiben sich leider auch nicht von alleine. Aber wie gesagt, Lust ist auf jedenfall da und ich kann mir gut vorstellen, dass wir im Herbst eine kleine Tour spielen werden.
Jöran: Mit wem würdet ihr gerne mal auf Tour gehen?
Christian: Da gibt es so einige Bands, die ich dir jetzt nennen könnte. Da ich aber mit dem Bühnenhumor und den Tourvideos der Ärzte aufgewachsen bin, würde ich jetzt Die Ärzte als erste Wahl nehmen.
Eric: Es gibt aber auch viele „kleinere“ Bands, die uns so gut gefallen. Also wenn jemand von euch in ner Band spielt, und ihr Bock auf was gemeinsames habt, immer raus damit... Wir machen das ja auch nicht anders.

