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Under the Gun - Euskirchen, Casino, 16.04.10

Frank - 01.05.10

Foto: Under the Gun

Es war als wäre die Zeit stehen geblieben, das gleiche Gefühl, die selbe Party, die selben Tapes (MCs), als wären die letzten 15 Jahre nie gewesen. Fast so lange musste ich warten, um die Band "Under the Gun" aus London mal wieder live zu sehen.

Foto: Under the Gun

Aber zunächst gab es noch zwei weiter Bands an diesem Punk-Abend im Euskirchener "Alten Casino" zu begucken. Starten durften Flutschfingers, eine junge Punk-Band von der Model, also (fast) ein Heimspiel, und das merkte man auch. Zahlreiche Freunde der Band befanden sich an diesem Abend im Publikum und so wurde von Beginn an getanzt und gepogt. Die Flutschfingers machten ihre Sache recht ordentlich - recht typischer (deutscher) Punk mit deutschen Texten, nicht spektakulär aber gerade richtig zum Mitfeiern. Ach ja, noch etwas, kann jemand dem Basser beim nächsten mal 'ne Haarspange mitbringen?

Foto: Under the Gun

Als nächstes war die Band Try'n'Error an der Reihe und im Publikum wurde es ein wenig ruhiger. Für die Jung-Punks im Publikum schien sich der - ich sag mal - "intellektuelle" Punk der Jungs aus der Eifel nicht so ohne weiteres zu erschließen. Ich muss zugeben, mir ging es da nicht unbedingt anders. Die Band selbst war recht locker, verspieler machten nichts und wenn Sänger Dirk mal wieder in seinem Textheft blätterte um sich die Lyrics wieder kurzfristig ins Kurzzeitgedächnis zu kloppen, hat das eben den Charme der alten Punk-Schule. Try'n'Error und Under the Gun sind alte Bekannte und waren schon öfter zusammen auf der Bühne, die Jungs hatten auch diesmal maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Londoner mal wieder hierzulande sehen lassen. Insgesammt scheint die Band es zu genießen, mal wieder vor Ihren alten Kumpeln zu spielen und Simon und Gary von Under The Gun schauten sich Try'n'Error auf jeden Fall vom Anfang bis zum Ende an.

Foto: Under the Gun

Nach gefühlten 2 Stunden Umbaupause war es endlich so weit, Under the Gun durften ran. Los ging es wie früher mit einem Instrumental-Stück, nicht eins von ihrem 2ten Tape, sondern irgendetwas osteuropäisch-folkiges. Die richtige Einstimmung für diesen Abend. Der Rest des Konzerts verging dann wie im Flug, ein Song nach dem anderen von den bisherigen 3 UtG-Tapes wurden gespielt, und ich kann mich kaum erinnern welcher Song fehlte.

Foto: Under the Gun

Ältere Songs wie "Ivan", "Soviet" oder "White Lies" machten mir und offensichtlich auch dem Publikum unglaublich viel Spaß. Zeitweise tanzten von den gut 100 Gästen bestimmt 80. Egal ob Jung-Punk, Normalo, Langhaariger oder Hippi-Frau, irgendwie tanzte jeder, als ob er jeden Song schon immer kennen würde. 'Neuere' Songs wie "Sons of Witches" oder 2 mir nicht bekannte Songs kamen ebenfalls super gut an und so gab es im Set von Under the Gun keine Brüche oder Pausen. Als die Band dann plötzlich von der Bühne ging, war es klar, dass sich die Zuschauer damit nicht abfinden werden.

Foto: Under the Gun

Nach kurzer Pause kamen die Jungs dann nochmals für ein paar Zugaben raus. Leider waren auch diese Songs dann wieder viel zu schnell vorbei. Was kann man zu einem solch grandiosen Abend noch schreiben? Under the Gun haben nichts verlernt, ob Songs mit Geige oder auch mal ohne, ob mit Reggae-Gitarre oder Mandoline, die Songs sind immer melodiöse Punk-Stücke. Gehen ins Ohr, bleiben dort und einige Tage später ertappt man sich beim Vorsichhersingen.

Ich hoffe, dass es die Band wieder schafft ihren alten Bekanntheitsgrad wiederzuerlangen und vielleicht den einen oder anderen Festival-Veranstalter überzeugen kann sie zu buchen. Und vielleicht gibt es dann demnächst auch mal eine ausgeweitete Deutschland-Tour.

Fotos: Under the Gun

Simon Paul Hibbs Andrew Gary

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Fotos: Try'N'Error

Try'N'Error Try'N'Error Try'N'Error Try'N'Error Try'N'Error

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