Circle J - Weekend Warriors

Circle J - Weekend Warriors

Nachdem man sich im letzten Jahr des Öfteren davon überzeugen konnte, dass neben Irland auch unsere westlichen Nachbarn eine große Folk-Tradition zu haben scheinen, die sich hervorragend mit Punkrock mixen lässt, kann man dies nun endlich auch in Form gepresster Musik. Mit "Weekend Warriors" legen Circle J den Nachfolger von "Fat Man's Chest" vor, ein Folk-Punk-Album, das sich gewaschen hat.

Die 5 Utrechter, die unter anderem schon mit den Dreadnought und Mr. Irish Bastard in Deutschland unterwegs waren, zeigen auf ihrem neuen Album, dass Folk-Punk auch unter der etwas rauheren Prämisse funktioniert. Auf "Weekend Warriors" regiert ganz klar der Punk über den Folk, was sich vor allem in den brachialen Gitarren der meisten Stücke manifestiert. Diese stehen häufig so weit im Vordergrund, dass die klassischen Folk-Elemente, wie Flöte, Mandoline oder Dudelsack, nur sporadisch der Hintergrundmusik dienen. Sehr laut, sehr hart, aber durchaus auch sehr angebracht. Die 14 Stücke versprühen eine Härte, die eher an die frühen Murphys, als an Flogging Molly erinnern lassen.

Der Opener "1875" beginnt zwar mit einem A-Capella-Gesang eher ruhig, doch dauert diese Ruhe nur ganze 20 Sekunden. Von da an rocken sich die Niederländer durch den Großteil ihres Album und die Gitarren regieren den Sound. Verschnaufpausen gibt es eher selten. Songs wie "The Road, the stage and the bottle" oder auch "Not too bad" gehen echtes Vollgas und bieten eine sehr gute Mischung aus Pogo-Strophen und Gröhl-Refrains. Auch bei Songs mit eher ruhigen Passagen, wie beispielsweise "Marry McQueen", haben sich Circle J immer nur kurzfristig im Zaum, bevor wieder mit aller Brachialität und Härter losgepunkt wird. Mir schwant Übles für Konzerte...

Ab und zu brechen sich jedoch auch die Folk-Wurzeln der Musiker ihre Bahn und so kommt es zu einigen sehr schönen langsameren Stücken, wie "Weekend Warriors" oder "Boots on my feet". Doch auch diese sind es Wert mal genauer unter die Lupe genommen zu werden. Aus diesem Kanon sei vor allem "The Thirst Commandment" zu empfehlen, da dieses sehr schön beide vorrangigen Elemente der Platte kombiniert, schöne Folk-Melodien und harte Punk-Elemente.

Eine ganz besondere Perle findet sich dann auf Startplatz 11 mit "Roadtrip Asturias", supportet von eingigen spanischen Freunden der Band Skontra, die man sich auch mal merken sollte. Mir persönlich gefällt dieser Song fast am Besten.

Ingesamt ist "Weekend Warriors" wirklich ein sehr gutes Folk-Punk-Album geworden, wobei natürlich eher der Punkrock im Vordergrund steht. Ich kanns nur jedem empfehlen, der mehr auf die härtere Gangart dieses Genres steht.

Autor: Jöran Kuschel

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